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Autograph: Zürich StA, E II 355, 77 (ohne Siegel) Ungedruckt
Weil Ihm nach dem Zweiten Kappelerkrieg von Abt Ludwig in Einsiedeln das Einkommen reduziert worden war, sprachen Ihm die Verordneten Peter Meyer, Ulrich Stoll und Hans Bleuler jrn April eine Aufbesserung von acht Gulden aus dem Kirchen gut Hornbrechtikons zu; die Gemeinde, der dies mißfiel, hat ihm nun auf den 1. Mai gekündigt. Bittet um Beurteilung seiner Sache in der Synode, auch uni Anhörung der [Abgeordneten] von Hornbrechtikon und uni Versetzung in eine andere Pfarrei. [Vorangestellte Bemerkung:] Das Pfrundeinkommen beträgt nur 32 Stuck; über das Kirchengut wissen Vogt Bleuler und andere Bescheid.
Die a pfrund hat in aller sum nit mer dan 32 stucke 3 Der kilchen gut ist minem
herren und vogt, meister Hansen Blüwler, ouch anderen minen herren
wol bekant und ze wissen b . Ersamer, wiser herr und mitbruder, ich thon üch ze wissen, nach dem und
wir miteinandren gereth hand, von wegen der pfrund ze Humprächtikon, wie
der ze helffen were, zeigen ich üch an, das ein gnediger herr ze den Einsydlen
4 vor dem Cappeler krieg haut mir von dem zechenden geben, so er ze
Humprächtikon hat 5 , 14 müt 6 kernen, 4 eimer 7 win und 1 malter 8 haber. Aber
nach unserem onfal 9 mir söllichs abgebrochen 10 und geschwecht, und git mir
jetzunder 9 stucke vom zenden, die der pfrund dienend, und das zechend
stucke, das er ouch gipt, nympt die kilch oder die kilchenmeyer 11 ze Humprächtikon.
Das ist non nit versiglet 12 , aber sust verschriben 13 , das dise stucke
allein mir söllend werden, so lang ich ze Humprächtikon belibe, und nit eim
andren. Darumm, lieber herr Meister Heinrich, wo von Einsidlen üwerer
pfrund, so unseren gnedigen, wisen herren ze versprechen stat, an dem ort nit
witter mag geholffen werden, weiß ich witer keinen ingang 14 . Item unsere
gnedigen, wisen herren, namlichen meister Petter Meier 15 , meister Uli Stoll,
meister Hans Blüwler, unser herr und vogt im ampt Grünigen, sind von einem
ersamen, wisen rath verornet worden und ze Stefan 16 von der pfrund und miner
narung 17 halb gehandlet und den kilchenmeieren geseit und denen, so bi
inen gesin send, Dass si mir uß dem kilchengut söllent acht guldin geben zur
besserung, wann 18 mir ze Humprächtikon der pfrund 14 müt kernen, 3 kopff 19
kernen und 2 fiertal 20 kernen von den puren ist abgelöst worden 21 . Und als Uff söllichs begeren ich, das man mich ußstelle und censsiere 30 und och
von den puren venemend, warumb si doch söllichs gehandlet habent. Bitten
Lich ouch, lieber Meister Heinrich, deß gelichen Meistern Löwen 31 , ouch andere
getruwen mitbrüder und foran mine gnedigen, wisen herren umb der eren
gotes willen, das ir mich etwan 32 weilend verwechslen 33 oder vertuschen oder
mich etwan an eim andren ort weilend versechen, bitten ich alle mitbrüder
durch gotzwillen. Ouch was mich mine herren heisend, deß gelichen ein erbar
synodus, das wil ich gütigklichen annemen und minen gnedigen herren von
Zürich inallweg wie bishar ondertenig und gehorsam sin. Datum 7. tag mey anno 1536. Von mir, Conradus Spörli von Sant Gallen, ein armer diener des wort gotes
ze Humprächtikon. Gott sye mit uns allen. Amen etc. [Adresse auf der Rückseite:] Disser brieff gehört Meister Bullinger ,
ouch allen andren fromen und gelerten mitbrüderen deß gantzen capitels
34 , uff nechsten zinstag, nündten tag mey, ze verhören 35 etc.Briefe_Vol_06_276 arpa
Salus per Ihesum Christum etc.Briefe_Vol_06_277 arpa
unsere lieben herren, ein erwirdiger, wiser herr burgermeister und ein gesessner
rath, der gmeind ze Humprächtikon einen brieff 22 hand zugeschickt, das si
mir dise 8 g[uldin] söltend geben, und namlichen lutet der brieff, all fronfasten
23 2 g[uldin], hand si darüber gemeindet 24 und gereth, si habentz nit und
vermog es die kilch nit, und wann sis miesend gen, so miestend sis uß irem
eignen gilt gen. Darum so were das deß Hans Krawers 25 rath, der non fast der
elst in der gemeind und ein eegomer 26 ist, das mir ein gemeind sölle urlob
geben 27 etc. Dem hat man gefolget und hand mir die puren hinderem vogt 28 ,
onwüssend minen gnedigen, getrüwen, lieben herren, jetz in die Phylippi et
Jacobi 29 urlob geben umb der ursach willen der acht guldin und darbi vermeint,
si siend herr über die pfrund etc.